Toskanische Linsensuppe mit Salsiccia ist für mich der erste Seelenschmeichler, wenn der Sommer zu Ende geht und ich etwas Warmes brauche.
Ich liebe toskanische Linsensuppe, besonders, wenn der Spätsommer kommt und die Nächte wieder kühler werden. Damit verbinde ich die Erinnerung an die letzten schönen Tage, ehe der Herbst vor der Tür steht. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich die Suppe das erstmals im September auf einer Reise nach Lucca aß und mich dort auf Anhieb in diese Variante der Linsensuppe verliebte.
Linsen aus der Toskana
Im Unterschied zur deutschen Linsensuppe schmeckt die toskanische Linsensuppe noch etwas nach Süden und dem vergangenen Sommer. Nach reifer Tomate, Fenchelsamen und italienischer Salsiccia. Und dann sind da noch diese schönen, kleinen Linsen, die aus Umbrien stammen: Lenticchia die Castelluccio di Norcia.
Diese kleinen Berglinsen gedeihen auf 1.400m Höhe im Nationalpark des Monti Sibillini in Umbrien, unweit der Stadt Castelluccio. Sie sind robust und anspruchslos und werden von den Bauern daher nachhaltig angebaut, ohne den Einsatz von Insektiziden oder Unkrautvernichtungsmitteln. Sie brauchen entweder keine, oder nur eine kurze Einweichzeit und behalten beim Kochen ihre Form, ohne matschig zu werden. Ihr Geschmack ist mild, weshalb die Salsiccia besser zu ihnen passt, als geräucherter Speck, wie er hierzulande verwendet wird.
Die umbrischen Berglinsen sind so begehrt, dass die Nachfrage größer ist, als der jährliche Ertrag. Daher werden häufig andere Linsen unter dem Namen „Castelluccio“ verkauft und Verbraucher werden in die Irre geführt. Daher aufgepasst beim Einkauf: Nur wenn das sperrige „Lenticchia die Castelluccio di Norcia IGP“ auf der Packung steht, sollten es die echten Berglinsen vom Monti Sibilini sein. Man findet sie online, zum Beispiel hier (unbezahlter Werbelink).
Eine gute Salsiccia finden
Salsiccia ist eine rohe, grobe Bratwurst, ähnlich der, wie wir sie in Deutschland kennen. Und ganz ehrlich: Brät man sie im Ganzen in der Pfanne oder auf dem Grill, ist sie meist nicht so gut, wie eine hochwertige, deutsche Bratwurst. Das liegt daran, dass Salsiccia anders gewürzt wird, oft mit Fenchel oder Chili. Doch drückt man das Brät aus der Pelle und reißt es in kleine Stücke, geschieht dabei ein kleines Wunder. So zerrupft in der Suppe, im Tomatensugo oder auf der Pizza verteilt entfaltet sie ihr ganz eigenes Aroma, das weit entfernt ist von deutschen Bratwürsten.
Doch wo bekommt man gute Salsiccia? Es gibt sie häufig im Supermarkt, doch für mich haben diese Würste oft einen seltsamen Beigeschmack. Sucht also lieber in italienischen Feinkostläden danach. Die besten, frischen Salsicce hier in Berlin gibt es bei Centro Italia (unbezahlter Werbelink). Dieser italienischer Markt ist in Berlin drei Mal zu finden und er stellt die Würste selbst her nach italienischem Rezept und aus Schweinefleisch von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Sogar vorbestellen kann man sie, um sie dann selbst abzuholen. Denn leider sind die Würste im Laden nicht immer verfügbar und auf die Frage danach, wann es wieder welche gibt, bekommt man meist eine charmant italienische Antwort: morgen oder übermorgen, wer weiß das schon…
Ich verwende am liebsten die Salsiccia mit Fenchelsamen, denn die passt perfekt zur toskanischen Linsensuppe. Wenn du dann noch ein altes Stück Parmesanrinde im Tiefkühler hast, steht dem original italienischen Geschmack nichts mehr im Weg!
Rezept Toskanische Linsensuppe mit Salsiccia
Mach dir schöne Musik an. Leg die Zutaten zurecht. Gönne deinem Messer ein paar Züge über den Wetzstahl und atme einmal tief durch. Denn jetzt beginnt der schöne Teil des Tages. Ich wünsche dir viel Spaß beim Kochen. Sollte etwas im Rezept fehlen oder unklar sein, gib einfach Bescheid!
Toskanische Linsensuppe mit Salsiccia
Zutaten
- 140 g Lenticchia di Castelluccio oder andere Berglinsen
- Wasser zum kurzen Einweichen
- 100 g Salsiccia mit Fenchel
- 1 Zwiebel
- 1 Möhre
- 1 Stange Sellerie
- 1 Zehe Knoblauch
- 1 Fleischtomate
- 1 EL Tomatenmark
- ¼ TL (Werbelink)Fenchelsamen
- 1000 ml Wasser zum Kochen
- 1 Bouquet Garni Thymian, Rosmarin, Lorbeer
- 1 Zweig Basilikum
- 2 EL (Werbelink)Olivenöl
- (Werbelink)schwarzer Pfeffer (ganz) frisch gemahlen
- Salz so nach Gefühl
- 1 Parmesanrinde optional
- Petersilie zum Dekorieren
Zubereitung
Los geht’s!Vorbereitung:
- Die Linsen abwiegen und in einer Schüssel für eine halbe Stunde mit Wasser bedecken.
- Tipp: Das ist ungefähr die Zubereitungszeit der Suppe bis zu dem Punkt, an dem die Linsen gebraucht werden.
- Die Kräuter mit Hilfe von (Werbelink)Küchengarn zu einem Bouquet Garni zusammenbinden.
- Je eine Zwiebel, eine Möhre und eine Stange Sellerie putzen und in Würfel schneiden, ohne dabei Kunst zu betreiben. Ich versuche, sie nicht zu grob zu schneiden, um zu den kleinen Linsen zu passen.
- Die Knoblauchzehe pellen, einmal fest mit dem Messer zerdrücken und dann in feine Stücke hacken.
- Die Fleischtomate am Boden einritzen und kurz in kochendem Wasser überbrühen. Dann in kaltem Wasser abschrecken und die Haut abziehen.
- Die Tomate quer halbieren und die Kerne entsorgen. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden und beiseitestellen.
- Die Salsiccia mit einem Messer aufschlitzen und die Wurst mit den Händen aus der Pelle in unregelmäßige Stücke zupfen.
Toskanische Linsensuppe:
- Das Olivenöl in einem ausreichend großen Topf (3L) auf mittlerer Stufe erhitzen und als erstes die Zwiebelwürfel darin andünsten, bis sie weich werden. Ca. 10 Minuten.
- Dann die Möhrenwürfel und den Sellerie dazu geben und ebenfalls ein paar Minuten mitdünsten.
- Nun die Hitze leicht erhöhen und das Gemüse an den Rand schieben. In die Mitte die Salsiccia-Stücke geben und anrösten.
- Knoblauch und Fenchelsamen zugeben und ca. 30 Sekunden mitdünsten. Dann das Tomatenmark dazugeben und ebenfalls kurz anrösten. Es kann ruhig etwas am Topfboden anhängen.
- Die Tomatenwürfel in den Topf geben und mit einem Schaber den Bodensatz im Topf lösen. Kurz andünsten, aber nicht so, dass die Tomatenwürfel zu Matsch zerfallen.
- Das Wasser angießen. Ich verwende das Wasser vom Häuten der Tomate, so wird nichts verschwendet.
- Die Linsen in ein Sieb geben und kurz abtropfen lassen. Dann ebenfalls in den Topf geben, zusammen mit dem Bouquet Garni und einem Stück alte Parmesanrinde (optional).
- Das Wasser zum Kochen bringen, noch nicht salzen und die Linsen bei milder Hitze halb zugedeckt ca. 35 Minuten köcheln, bis sie weich sind.
- Dann die Hitze ausschalten, die Suppe nach Geschmack salzen und den Basilikumzweig hineinlegen. Dann die Suppe zugedeckt mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
- Vor dem Servieren die Toskanische Linsensuppe wieder leicht erhitzen. Dabei den Basilikumzweig, die Parmesanrinde und das Bouquet Garni herausfischen und entsorgen.
- Die warme Suppe mit etwas gehackter Petersilie bestreuen und mit frischem Landbrot oder Pane Pugliese servieren.
Nährwerte
*Werbehinweis:
Die mit Sternchen (*) oder dem Hinweis (Werbelink) gekennzeichneten Verweise sind Provision-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und etwas einkaufst, bekomme ich dafür eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Auch sehe ich nicht, was du kaufst. (Wieso Werbelinks?)
Gefällt dir mein Blog?
Dann lad‘ mich doch auf einen Kaffee ein!
Diese Seite soll frei von nervigen Werbebannern bleiben. Dazu brauche ich deine Hilfe und freue mich über eine kleine Kaffeespende. Von den monatlich mehr als 200.000 Besuchern machen das leider nur 2-3. Vielleicht gehörst du ja auch dazu! Ich würde mich freuen!
Kaffeespende
Stelle den Schieberegler einfach auf den gewünschten Betrag und klicke auf den Einkaufswagen.
Die Zahlung läuft über Paypal. Deine Daten werden nicht bei mir gespeichert!
Du möchtest ohne Paypal spenden? Schreibe mir einfach eine Email!